Sonntag, 14. Februar 2010

Zwischenbericht

Vielleicht klang es in den letzten Blogeinträgen ein wenig so, als würde ich hier von einen Ferien in die nächsten rutschen, nebenbei die eine oder andere Party feiern und zusätzlich noch das Land erkunden. Ganz so ist es allerdings nicht =) Um mein Leben hier mal wieder ins rechte Licht zu rücken, erzähl ich mal ein bisschen von meinem Alltag:

Vor zwei Wochen habe ich angefangen für die Donkers zu „arbeiten“, was einfach nur bedeutet, dass ich jetzt wieder bezahlt werde. Viel geändert hat sich allerdings nicht, außer dass ich mich jetzt pflichtbewusster um meine Aufgaben kümmere und neben dem Haushalt auch noch auf Ella aufpasse. Um halb eins hole ich sie vom Kindergarten ab und beschäftige mich dann mit ihr. Um drei kommt Tyler und um vier Josh nach Hause, bei ihnen muss ich nur hinterher sein, dass sie ihre Hausaufgaben machen.. „Arbeiten“ tue ich auch nur drei Tage die Woche – Dienstag, Mittwoch und Donnerstag sind die Tage, an denen Kim auch arbeitet und deswegen jemanden braucht, der Ella abholt. An den anderen Tagen hab ich sozusagen frei, helf deswegen aber nicht weniger, ich hol eben nur Ella nicht ab… An meinen drei Arbeitstagen koch ich auch jedes Mal Abendbrot, was sich als eine ganz schöne Aufgabe herausgestellt hat.. Das war mir früher gar nicht so bewusst gewesen, dass die Essenszubereitung A) nicht nur anstrengend ist, sondern B) auch noch Einfallsreichtum und Fantasie verlangt. Kim gibt nur zu gerne die Entscheidung ab, was es denn geben soll und dann muss ich selbst meinen Weg durch Tiefkühltruhe und Kühlschrank graben und eine Mahlzeit zusammenstellen. Bisher war ich immer recht erfolgreich, aber es waren ja auch erst sechs Mahlzeiten…

Mit den Kindern komm seit dem Campingurlaub super zurecht. Vor allem Ella und Tyler sind mir sehr nahe, sie kommen viel von sich aus und wollen mit mir spielen, kuscheln oder was auch immer. Mit Josh hatte ich große Starschwierigkeiten, weil er nicht gerade unfreundlich zu mir war, mich aber größtenteils ignoriert und mir nur einsilbig geantwortet hat. Ich glaube er nahm es mir sehr krumm, dass ich jetzt in Codis altem Zimmer wohne. Codi ist ja gerade mal einen Monat bevor ich herkam ausgezogen und die beiden stehen sich sehr nahe. Während ich für die anderen beiden so etwas wie eine große Schwester bin, versuch ich zu ihm jetzt eine Freundschaft aufzubauen und ich glaube es funktioniert. Er erzählt mir inzwischen von sich aus, was in der Schule passiert ist und er hat mir neulich ganz ausführlich die einzelnen Figuren erklärt, die es beim Sprungbrett- Springen im Hallenbad so gibt… Und als ich gestern von meinem Wochenendtrip zurück kam, war er total scharf darauf mir zu zeigen welche „tricks“ er jetzt mit seinem Roller machen kann.





Tja ansonsten bin ich jeden Tag fleißig am Englisch lernen, was an sich schon anstrengend genug ist. Leider bringe ich einfach nicht die Kraft auf, mich hinzusetzten und wie in der Schulzeit Vokabeln zu lernen. Aber ich lese fast jeden Abend englische Bücher, nachdem ich zusammen mit Kim und Robert den Abend vor dem (englischsprachigen) Fernseher hab ausklingen lassen. Hinzu kommen die zahllosen Konversationen, die es ja jetzt seit dem Familienwechsel Gott sei Dank wirklich haufenweise gibt. Nach wie vor bin ich aber ziemlich nervös, wenn ich ans Telefon gehe. Obwohl ich es mir selbst nicht erklären kann und es eigentlich ja gerade andersherum sein sollte, aber ein Gespräch am Telefon zu führen fällt mir sehr viel schwerer als der Person gegenüber zu stehen. Da wollen mir so oft einfach nicht die richtigen Vokabeln einfallen und ich stottere herum; Kim lacht sich jedes mal halb kaputt… =)

Ich hab auch angefangen, die Reise zu planen wenn meine Mutti und Omi mich in sechs Wochen besuchen kommen. Das hat sich ebenfalls als ein Kraftakt heraus gestellt, weil wir das ganze Land in drei Wochen hineinquetschen müssen. Beim Informationscenter hab ich mir 400 Flyer für die verschiedensten Orte geholt plus fünf Karten der einzelnen Teile des Landes, die ich mir auf den Innenseiten meiner Schranktüren zu zwei großen Karten zusammengeschnitten und –geklebt habe.


Nordinsel:




Südinsel:



... und die Flyer:



Dieses Wochenende habe ich wieder bei Uschi und Werner verbracht, Uschi ist die Lehrerin aus der anderen Schule. Die beiden haben mir während der … naja… nicht so tollen Zeit sehr geholfen und sind mir sehr wichtig geworden. Ich hab die Zeit dort sehr genossen, ganz besonders weil sie so wunderschön wohnen.


Ihr Grundstück endet direkt am Meer und da bin ich natürlich ein paar Mal mich abkühlen gewesen. Bei ihnen ist es sogar noch wärmer als hier in Whangarei (Ja ich weiß, ich sollte lieber mal ganz still sein, zu viel Wärme gibt es nicht, wenn man im Schnee friert…).


Sie backen auch ihr eigenes Brot und das schmeckt so wunderbar deutsch, dass ich das morgens, mittags und abends gegessen habe =) Ansonsten hab ich die Zeit mit lesen, malen und quatschen verbracht.



Es war ein sehr entspanntes und erholsames Wochenende, das ich bitter nötig hatte, weil es ein bisschen was mit Kunst zu tun hat, auf Ella aufzupassen…

So und eigentlich gibt es nicht viel mehr zu berichten… Mein Leben dreht sich gerade um genannte Dinge und damit bin ich auch schon absolut ausgelastet =)

Ich schick euch ganz viel Sonne und liebe Grüße,

Julia

Samstag, 6. Februar 2010

Hens night

Wie im letzten Post ja schon berichtet bin ich (übrigens nicht März sondern April) auf die Hochzeit von Roberts Bruder eingeladen. Dessen Verlobte, Skye, ist super lieb und genauso alt wie ich. Obwohl die Hochzeit erst im April ist, hat sie ihren Junggesellinnenabschied bereits jetzt schon gefeiert, weil ihre beste Freundin Terry in zwei Wochen für ein Jahr nach Übersee fährt (Australien, Südamerika und Europa). Und weil zu so einer Hens night ja ganz viele Mädchen gehören, war ich auch eingeladen und kann nun aus eigener Erfahrung sagen: Jep, es läuft ganz genauso so ab, wie es in den US- Filmen dargestellt wird =)

Morgens um elf sind Kim, die zukünftige Braut und ich zum Motel von Steph gefahren. Stephanie, davon hatte ich schon mal irgendwann erzählt, ist Kims beste Freundin, ihre Ehemänner sind Cousins, die ganze Familie hat vier Töchter, die jüngsten drei alle im selber Alter wie meine drei hier und sie wohnen alle ein bisschen weiter unten auf dem Hügel.

In diesem Motel hatte Skye ein Zimmer für eine Nacht gemietet, damit wir tagsüber irgendwohin konnten und sie würde zusammen mit Terry, die dort bereits auf uns gewartet hat, dort die Nacht verbringen. Als wir fünf alle versammelt waren, haben wir uns ins Auto gesetzt und uns für den Tag eingedeckt.





Wieder zurück im Hotel haben wir das erste Mal angestoßen, haufenweise mehr oder weniger gelungene Bilder geschossen und über Zeugs geredet, über das man wohl nur an besonderen Tagen wie diesem und nur unter Einfluss von zu viel warmem Wetter und Alkohol spricht…

Ach so und Steph, die den ganzen Abend organisiert hat, hat uns die Liste gezeigt. Die Liste, die Skye den Tag über abzuarbeiten hatte.




Zum Mittag haben wir Sushi gegessen, hat übrigens auch in Neuseeland wirklich klasse geschmeckt. Der Reis hat unseren Pegel ein wenig sinken lassen, was uns nicht daran gehindert hat unser Gespräch weiter zu führen…











Mit dem Ziel um sieben im Lokal zu sein, in dem wir und die restlichen zwanzig (!!) Frauen zum Abendbrot verabredet waren, haben wir bereits um vier Uhr angefangen uns hübsch zu machen. Das war mit der lustigste Teil des Tages. Ich glaube ich bin mit der neuseeländischen Art auszugehen noch nicht so vertraut, denn die anderen vier hatten jeweils mindestens zwei Outfits dabei, die dann unter kritischem Blick der anderen ausgewertet und aussortiert wurden. Und auch die bereits erwähnten Glätteisen (natürlich vier an der Zahl) wurden in Position gerückt und aufgeheizt. Nachdem wir Lippenstifte getauscht und uns gegenseitig geschminkt hatten (Ja, ICH durfte/ sollte Kim und Steph „smoky eyes“ zaubern^^), wurde es nach drei Stunden Vorbereitung Zeit zum Restaurant zu fahren.

Wir kamen natürlich viel zu spät, aber das machte nichts, weil wir ja die Braut dabei hatten – ihr wurde an dem Abend alles verziehen =)

Das Restaurant war echt toll: Thailändisch und für einen Aufpreis von drei Dollar (1,50€) durfte man seinen eigenen Wein zum Essen trinken. Da eine Flasche vom Restaurant um die zwanzig Dollar gekostet hätte und wir so mit unserem elf Dollar dreißig Wein immer noch günstiger kamen, wurde dieses Angebot ergiebig ausgeschöpft.





Das Essen war absolut fantastisch und so viel, dass der Wein anfangs nicht die geringste Wirkung auf uns hatte, aber auch das ging vorbei… Am Nebentisch saß übrigens eine weitere Zukünftige, die mit ihrem Gefolge das Ende ihres Ledigseins feierte. In dieser Nacht begegneten wir dieser Gruppe in fast jedem Club und man hat sich jedes Mal herzlich zugeprostet. Aber wir und die waren nicht die einzigen Truppen, die eine baldige Hochzeit feierten: Wir begegneten noch zwei anderen, die einen Schleier trugen und es gab sogar einen Junggesellenabschied – ein Haufen Männer, die mit falschen Brüsten und Stringtangas über ihren Jeans durch die Straßen gezogen sind.

Als wir fertig gegessen hatten und die, die nicht mit uns Tanzen kommen würden alle gegangen sind, haben wir Skye noch ein wenig weiter dekoriert...




... und auch uns noch ein wenig beklebt…


… und das Lokal schließlich verlassen. Gleich gegenüber des Restaurants befand sich der erste Club, in den wir gehen wollten, aber wir sind einfach nicht voran gekommen. Nach einer halben Ewigkeit hab ich dann mitbekommen, dass Skye sich mit einem Typen, der auf einer Parkbank saß, übers Stricken unterhielt. Zwei Minuten lang. Danach durfte sie das erste Häkchen auf ihrer Liste setzten. Und dann endlich sind wir Tanzen gegangen. Viel mehr ist auch nicht mehr hinzuzufügen, außer dass Skye erfolgreich jede einzelne Aufgabe auf ihrer Liste erfolgreich bewältigt hat (Dazu ist noch hinzuzufügen, dass diese Liste während des Abendbrots noch erweitert wurde. Hinterher standen noch so Dinge drauf wie „Aus der Toilette kommen und eine Schlange Klopapier aus der Hose hängen haben“, „Sich in der Mitte der Tanzfläche wie T- Rex verhalten“ und „Einen Typen an ihren Ohrringen …“ Mh, ja, also es wurden noch einige Dinge hinzugefügt!
Und einmal drin im ersten Club haben wir nur noch getanzt, getanzt und getanzt. Und zwischendurch hat Skye mit mal dem und mal dem als Augenzeugen ihre Aufgaben abgehakt.





Um zwei Uhr morgens war die Stimmung noch lange nicht gesunken, aber ich konnte mit meinen Füßen nichts mehr anfangen. Ich hab ehrlich gesagt keine Ahnung, wie ich es ausgehalten habe, vor dem Club (Danger Danger übrigens) zusammen mit Kim auf Robert zu warten, der uns abholen kommen wollte. Er ist extra aufgestanden und hat uns in der Menge aus grölenden Pöblern und wachsamen Polizisten aufgegabelt.

Der nächste Morgen sah ein wenig grau aus und schlechtes Wetter haben wir auch wieder..

Liebe Grüße und nicht mehr ganz so viele Sonnenstrahlen,

Julia


Sonntag, 31. Januar 2010

Auckland


Vorletzte Woche Dienstag bin ich in der größten Stadt Neuseelands angekommen und unser Wiedersehen war total klasse, es war, als ob nicht ein Tag seit dem Urlaub vergangen war. Wir sind uns in die Arme gefallen und konnten an die Campingwoche eins zu eins anknüpfen.

Weil für die Eltern ja ganz normaler Arbeitsalltag galt, sind wir Kinder nur mehr oder weniger durchs Haus gegurkt, ohne irgendwelche speziellen Pläne zu haben – bis Sinead auf die wunderbare Idee kam, shoppen zu fahren. Shoppen an sich ist ja eh schon eine ganz wunderbare Erfindung, aber ich hatte sogar eine Entschuldigung Geld auszugeben: Roberts jüngster Bruder wird im März heiraten und ich bin eingeladen. Ich muss also etwas Festlicheres besitzen.. Irgendwie.. Naja und was soll ich sagen, ich bin nun stolze Besitzerin eines wunderschönen Kleides und neuen Schuhen, alles zusammen für vierzig Dollar (zwanzig Euro) – vielen Dank an Sinead, der absoluten Schnäppchenjägerin!!

Weil wir nichts anderes zu tun hatten, hat Sinead angefangen meine Haare zu glätten. Hier in Neuseeland besitzt ,geschätzt, nur jede dritte Frau kein Glätteisen. So ziemlich jedes weibliche Wesen, das einem auf der Straße begegnet, hat schön glänzende, aalglatte Haare – Locken sind hier wirklich rar. Und weil ich mein Leben lang welche hatte, war ich mehr als begeistert davon, das mal aus zu probieren =)

Abends sind wir zu einem BBQ zu Freunden eingeladen gewesen. Das war auch total lustig. Die Freunde kommen nämlich aus Südafrika und Afrikaans ist ja ein bisschen deutschähnlich. Sie haben also den ganzen Abend mit mir in Afrikaans gesprochen, um zu sehen, ob ich irgendetwas verstehe. Zu fortgeschrittener Stunde wurde das dann immer weniger verständlich aber zunehmend lustiger..

Am Donnerstag bin ich mit Sinead zur Queenstreet gefahren, mit der Bahn. Das war total interessant, weil das System ganz anders funktioniert als in Deutschland: Man steigt ein und kauft dann erst seine Fahrkarte. Dafür fahren pro Anhänger zwei Angestellte mit, die dann, sobald der Zug angefahren ist, auf jeden Neueinsteiger zukommen und das Ticket verkaufen. Zwei Arbeiter pro Waggon klingt erst mal nach ganz schön vielen Arbeitsplätzen, aber eigentlich sind es nur zwei Waggons, der Zug ist also nicht sehr lang, jedenfalls kein Vergleich zu unseren Berliner Zügen^^

In der Bahn wird neben dem Verbot von heißen (!) Getränken und Füßen auf den Sitzen auch darauf hingewiesen, dass es im Zug auch nicht erlaubt ist, laute Musik zu hören, zu fluchen oder Drogen zu nehmen =)




Nach etwa einer halben Stunde Fahrt sind wir direkt an der Queenstreet heraus gekommen. Die Queenstreet ist vergleichbar mit der „Straße unter den Linden“. Das war an sich nicht besonders spannend, eben eine kunterbunte Straße mit hohen Gebäuden, vielen Menschen und Läden.
















Beim Chinesen haben wir geluncht und weil sie viel schneller fertig war mit dem Essen hab ich Sinead überredet die Postkarten an meine Familie zu schreiben – auf englisch natürlich. Das war unglaublich lustig, weil sie sich gar nicht mehr eingekriegt hat, dass sie an meine Familie schreiben durfte =)





Da das Wetter grau und gruselig war, haben wir den Trip hoch auf den Skytower auf später verschoben, wir hätten nur Wolken und trübes Licht gehabt. Tja und weil der Stadtkern Aucklands sich kaum von dem anderer Städte unterscheidet haben wir danach den Heimweg angetreten und den Tag mit DVDs ausklingen lassen.

Am Freitag haben wir wegen schlechtem Wetter mit dem Filmegucken da weiter gemacht, wo wir den Abend vorher aufgehört hatten. Aus lauter Langeweile hab ich versucht einen Hefezopf zu backen, weil das aber kräftig schief gegangen ist, hab ich die Katastrophe gar nicht erst fotografiert…

Am Samstag war das Wetter auch nicht so berauschend, aber es hatte zumindest aufgehört zu regnen und weil die Mädels es sich nicht zugetraut hatten, hatte Sandie (die Mum) angeboten, mit mir eine Rundfahrt im Auto zu machen. Weil ich keine Ahnung hatte, ob mir der Wettermensch wohl gesonnen war oder nicht, hab ich freudig zugestimmt. Und sowieso war das Wochenende die einzige Chance etwas mit Sandie zusammen zu machen weil sie ja unter der Woche arbeiten war.

Bei grauestem Grau haben wir uns also auf den Weg gemacht und ich hab Auckland in nicht ganz so schönen Farben zu sehen bekommen. Wir sind den Mt. Eden rauf – Aucklands größter Vulkan. Von da oben hatte man eine tolle Aussicht auf die Stadt und den Hafen.






Danach sind wir auch noch hoch auf den One- tree- hill. Weil aber vor ein paar Jahren ein paar Idioten in einer antimaori- Aktion den einzigen Baum, der es bei dem Wind und Wetter geschafft hat dort oben zu wachsen, abgehackt haben, müsste der Berg jetzt eigentlich No- tree- hill heißen. Dieser Name hat sich aber seltsamerweise nicht durchgesetzt…









Danach sind wir über die Harbourbridge nach Devonport gefahren, weil man von dort aus wohl am besten das typische Skylinefoto bekommt. Das haben wir auch – nur leider ohne Sonne…





Als wir an der Küste entlang gefahren sind, hat Sandie mir eine Insel gezeigt, die, egal von wo aus man sie betrachtet, nie ihre Form ändert, sie sieht immer gleich aus. Warum das so ist, hat man noch nicht heraus gefunden, es ist also eine Art ungeklärtes Geheimnis, das die Insel umgibt. Aufgrund dieses mystischen Faktes ist sie die Basis von vielen neuseeländischen Horror- und Gruselgeschichten.



Ein kleiner Running Gag war noch, dass wir an den verschiedensten Orten auf insgesamt fünf Brautpaare getroffen sind, die ihre Hochzeitsbilder haben machen lassen =)

Den Sonntag haben wir wegen absolut unmenschlichem Wetter wieder daheim verbracht. Wir haben Filme geguckt und ich hab Käspätzle gekocht. Hab ich leider vergessen zu fotografieren (die sahen wirklich gut aus) und nach dem Abendbrot war nicht ein Krümel mehr übrig. Aber in Deutschland weiß man ja normalerweise, wie die aussehen, hm?

Am Montag sind wir zu Kelly Tartons Unterwasserwelt gegangen. Bree, Coralies (20) beste Freundin, ist auch mitgekommen. An dem Tag gab es das Special „Fünf Dollar Eintritt für jeden“. Im nachhinein muss ich sagen, dass es sich für fünf Dollar absolut gelohnt hat, aber der Besuch ist keinen Cent mehr wert. Es gibt nur zwei „Schwimmbecken“ und ein Pinguingehege und das wars schon. Aber weil wir zu viert einfach so viel Spaß hatten, wurde uns trotzdem nicht langweilig =)







Am Dienstag bin ich mit Coralie und Jarryd ins Museum gefahren. Das Gebäude war wunderschön, wie ein gigantischer Tempel.



Und insgesamt war es sehr interessant – ich hätte nur gedacht, dass es mehr über Aucklands Geschichte und die Maorikultur gibt. Das Museum, haben sie mir hinterher erklärt, ist ein „war memoriel one“ – also eines zum Kriegsgedenken (dafür auch die Statue vor dem Gebäude). Aber wir mussten keinen Eintritt bezahlen, weil zur Zeit eine Aktion „freier Eintritt für Aucklander“ läuft und nur Coralie ihren Ausweiß vorzeigen musste, Jarryd und ich wurden nur freundlich durch die Absperrung gewunken =)

Am Mittwoch sind Sinead, Jarry und sein Freund Ethan mit mir in den Zoo gefahren – wie die Schneekönige haben die sich gefreut und mich schließlich angesteckt – Tiere sind doch was Tolles =) Naja aber die sehen in jedem Zoo der Welt gleich aus, also war es wieder einfach nur besonders, weil ich in Auckland und nicht daheim war.






Das Lustigste an dem Tag war dann aber nicht, dass die Affen ein riesen Theater gemacht oder dass der Kakadu mit uns gesprochen hat...








Ne, das Lustigste war, dass Jarryd und Ethan aufgrund der vielen vorbeigehenden deutschen Mädchen „Hallo, wie geht es dir?“ und „Wie ist dein Tag?“ auswendig lernen und danach auch benutzen wollten.






Und nachdem sie es wirklich hinbekommen haben, diese zwei Sätze aussprechen zu können, haben sie es doch tatsächlich fertig gebracht ein paar arme Sechzehnjährige aufzugabeln und in ein Gespräch zu verwickeln. Als sie sich dann nichts mehr zu sagen hatten, haben die Jungs mich gebeten sie noch ein wenig hinzuhalten und schließlich sogar noch um ein Foto zu bitten. Ich glaub die Mädels waren total überrumpelt und hatten eventuell sogar noch mit ihrem Jetlag zu kämpfen, sie sind zwei Tage vorher erst angekommen, aber sie haben zugestimmt und sich mit den total Verrückten ablichten lassen.




Ach so ja, und im Souvenirshop des Zoos wurde noch ausdrücklich darauf hingewiesen, die Stofftiere nicht zu reiten… =)




Am Donnerstag war dann endlich der Tag, an dem Sinead und ich erst hoch auf dem Skytower gehen würden und danach Coralie und ihre Freunde in der Stadt zum Clubben treffen würden. Wir haben uns also schon am Nachmittag fein heraus geputzt und haben uns dann mit der Bahn auf ins Stadtzentrum gemacht.


Leider haben wir den ersten Zug verpasst und so kam ich dann nur noch dazu Auckland bei Nacht und nicht mehr bei Tag zu fotografieren. Aber das hat mir einmal oben nichts mehr ausgemacht – es war so beeindruckend, dass ich die Tagbilder vollkommen vergessen habe. In Neuseeland hat man ja unendlich Platz, daher gibt es auch kaum Hochhäuser und sehr viele Einfamilienhäuser mitten in der Stadt, deswegen ist Auckland auch so groß. Zu unseren Füße erstreckte sich also ein leuchtender Teppich aus Lichtern bis hin zum Horizont, es war wirklich unglaublich.








Um zehn schließt die Aussichtskugel des Skytowers, zu früh um Tanzen zu gehen, deshalb haben Sinead und ich uns noch mit Livemusik in die Bar am Fuß des Skytowers gesetzt und das Angebot des Tages getrunken: Ein Glas Merlot für fünf Dollar, wenigstens hat der richtig gut geschmeckt =)




Um elf haben wir dann schließlich zwei Freundinnen von Sinead plus Coralie und Bree getroffen. Alles Folgende beinhaltet laute Musik, ein paar Drinks, viele Bekanntschaften und hupende Autos auf der Queenstreet. Gegen zwei hab ich meine Füße nicht mehr gespürt und die anderen hatten Gott sei Dank auch genug. Sandie ist uns abholen gekommen und wir sind alle todmüde ins Bett gefallen.

Am Freitag Abend sollte es wieder zurück nach Whangarei gehen, kein Grund den Tag mit sinnlosem packen zu verschwenden, endlich hat sich die Sonne mal ab und an blicken lassen. Ich bin mit Coralie zu den Botanischen Gärten gefahren.





Dort gibt es zur Zeit eine Ausstellung von den größten, noch lebenden, neuseeländischen Künstlern: Stoneleigh Sclupture in the Gardens. Und es war wie mit jeder anderen Kunst auch, bei einigen Skulpturen konnte man den künstlerischen Wert einfach nicht erkennen…














Aber auch dieser Tag ist viel zu schnell herum gegangen und es war zeit sich zu verabschieden. Gegen acht sind Sandie und ich dann Richtung Whangarei aufgebrochen und gegen elf hat sie mich bei Donkers abgesetzt.

Es war einerseits sehr, sehr traurig Bicknells zu verlassen, ich fühl mich wirklich unglaublich wohl bei ihnen. Auf der anderen Seite hab ich mich total gefreut wieder „zu Hause“ zu sein. Mir ist es in meiner Abwesenheit gar nicht aufgefallen, aber mir hat die Familie wirklich gefehlt – ein sehr gutes Zeichen =)

Alles in allem war es ein absolut fantastischer Urlaub und ich bin Familie Bicknell unheimlich dankbar, dass sie mir so viel gezeigt und ermöglicht haben.

Hier wird es ab morgen eine große Veränderung geben – ich werde ab morgen anfangen für Donkers zu arbeiten. An sich wird sich aber nicht viel ändern, nur dass ich jetzt zusätzlich zur Hausarbeit auch noch Ella jeden Tag vom Kindergarten und Tylor von der Schule abholen werde. Aber darauf freu ich mich schon richtig – ich hab hier unheimlich Spaß am Autofahren =)

Ich schick euch ganz viele Sonnenstrahlen und Wärme,

Julia